HÜHNERLEBEN
HUHN
SEIN.

Für uns gilt ganz klar:
Hühner sind eine verantwortungsvolle Aufgabe, zu der ein liebevoller Umgang und bewusstes Handeln gehören. Stall und Wiese gemeinsam sollen jedem Huhn den bestmöglichen Wohn- und Lebensraum bieten.

Wohlfühlhuhn. Damit Hennen wohlschmeckende und gesunde Eier legen können, müssen sie in einer stressfreien und geborgenen Atmosphäre leben. Die Qualität der Wanderhuhneier kann jeder Gaumenfreund und jede Genießerin an Geschmack und Farbe der Eier erkennen.

Um sich als Huhn wohlfühlen zu können, müssen grundlegende Faktoren bedingungslos garantiert werden: Ein gut temparierter Stall und eine Herde, in dessen Mitte sich das Huhn sicher und behütet fühlt. Eine großflächige grüne Wiese, auf der es nach Lust und Laune picken und scharren kann. Nährstoff- und abwechslungsreiches Futter zu jeder Jahreszeit. Eine direkte und liebevolle Beziehung zu seinem Landwirt oder seiner Landwirtin. Ein Tagesablauf, in welchem das Huhn in seinem natürlichen Rhythmus schlafen, Eier legen, scharren und gackern darf.

Wanderhuhnherden sind immer klein und familiär. In einem Stall wohnen 1250 Hennen und 50 Gockel. Ein artgemäßes Verhältnis von weiblichen und männlichen Tieren ist äußerst wichtig, damit das natürliche Miteinander gut funktionieren kann. Sie unterhalten sich, die Hähne passen auf ihre Hennen auf und schlichten Zankereien. Ihnen folgt die Herde nach innen oder nach außen.

Futter. Die meiste Zeit des Jahres, besonders im Frühling, Sommer und Herbst, ist die Hauptspeise der Hühner natürlich das frische Gras und die vitaminreichen Kräuter, welche sie direkt auf ihrer Wiese finden und picken. Darüber hinaus stehen ihnen noch zwei Futtermischungen zur Auswahl. Für beide wird Maisschrot, Hafer und Donausoja aus Österreich verwendet. Ältere Hennen bekommen ihre Mischung mit Austernschalen angereichert.


In den Wintermonaten herrscht eine andere Vegetation als im Sommer. So werden die Futtermischungen von Dezember bis März durch zusätzliche Kräuter angereichert. Die genaue Menge und Art der Kräuter wird in Absprache mit unserer Betreuungstierärztin Frau Dr. Gansinger vereinbart. Zusätzlich zum Futterprogramm bringen wir die Weide in den Stall. Heu-, Stroh- und Luzerneballen, Picksteine und Schnittgras sichern eine der freien Natur gleichwertige Nährstoffaufnahme. So ist auch an schneebedeckten Tagen für eine ausgewogene Ernährung gesorgt.

Da der mobile Stall immer an einer anderen Stelle auf der weitläufigen Wiese steht, transportiert der Landwirt oder die Landwirtin das Futter zum Wanderhuhnstall. Auf der großen Fläche sind mehrere Wasserstationen installiert, mit denen Frischwasser direkt zum Stall geleitet wird.

Natürlich verlangt die Wanderhuhnhaltung eine besonders umfangreiche Stallbetreuung.

Stallklima. In Hühnerställen wird sich immer unterhalten. Mit leisem Gokgok kommunizieren die Hühner untereinander. Zur Unterstützung der friedlichen Atmosphäre werden die Tiere morgens und abends mit beruhigender Musik begleitet. (Und so sieht das dann aus) Um diese idylische Atmosphäre nicht zu beeinträchtigen gibt es natürlich auch einen Putzplan für das Zuhause. Jede Woche wird entmistet. Auf der Liste steht ausschließlich der Landwirt. Dafür sorgen die Hühner persönlich.

Eine weitere Besonderheit, mit der sich die Hühner ihre Zeit vertreiben können, sind die Sandbäder. Dies sind kleine sandgefüllte Häuschen im Außenbereich, in denen die Hühner ihr Gefieder pflegen können. Sie lieben es, darin zu baden und mit ihren Hintern zu wackeln.


Beziehung. Hühner sind sehr sensible Lebewesen und müssen als solche betreut und verstanden werden. Im täglichen direkten Kontakt mit dem Landwirt und der Landwirtin können sie eine vertraute Beziehung untereinander aufbauen. Gesundes Eierlegen funktioniert nur in einer geborgenen Atmosphäre und ohne Stress. Im Wanderhuhnstall dürfen die Hennen dies in gemütlichen Nestern aus Dinkelstreu, in denen sie verweilen können. Die Eier werden dann von Hand herausgenommen. Oft sieht man dabei die Hühner auf den Schultern von Bauer oder Bäuerin sitzen. Alleine schon der Mehraufwand durch die direkte Betreuung stärkt die Lebensqualität der Hühner und somit die Qualität der Eier.

Darüber schon mal nachgedacht? Wenn eine Junghenne bei herkömmlichen Haltungsformen von der Aufzucht in den Legestall wechselt, hat sie noch nie in ihrem Leben ein Ei gelegt. Diese Umsiedlung geschieht üblicherweise knapp vor der 18ten Lebenswoche der Henne, damit sie dann pünktlich zum Einzug ihr erstes Ei legen kann. Selbstverständlich versetzt der Beginn der Fruchtbarkeit das Huhn in großen Stress und Verwirrung. Sie kennt sich im ersten Moment nicht aus, was mit ihrem Körper geschieht.


Beim Wanderhuhn hat die junge Henne länger Zeit, sich auf ihr erstes Ei vorzubereiten. Unsere Junghenne zieht daher schon in ihrer 17ten Lebenswoche in den Wanderhuhnstall, damit sie Zeit hat, sich einzugewöhnen und ihr neues Zuhause zu erkunden. So kann sie ihr allererstes Ei in einer vertrauten Umgebung legen.