WANDERHUHNSTALL
STALL

Mit dem mobilen Wanderhuhnstall sind die Hühner immer dort, wo sie auf ihrer Wiese die grünsten Gräser und nährstoffreichsten Kräuter finden. Der Stall selbst bietet den Tieren den Schutz und Wohnraum, den sie zum glücklichen Hühnersein und Eierlegen brauchen.

Mobile Freilandhaltung. Hühner sind Herdentiere und verweilen immer in Stallnähe, wo sie Sicherheit und Nahrung finden. Das bedeutet, dass die Hühner sich nur in einem sehr engen Radius bewegen. Den großen Freiraum um sich herum nutzen sie nicht. Rund um einen stationären Stall ist daher nach spätestens zwei Wochen alles weggepickt und weggescharrt und die Henne und ihre Herde stehen im Dreck. Der Boden übersäuert und hat keine Kraft mehr, sich zu regenerieren. Um dies zu vermeiden und den Hühnern regelmäßig frisches Grünfutter zu bieten, leben die Wanderhühner in einem mobilen Stall, der mit dem Traktor regelmäßig versetzt wird, sodass die Henne wieder direkt um ihren Stall eine frische Grünfläche zum Picken und Scharren vorfindet.

Die Mindestgröße einer Wanderhuhnwiese beträgt 13.000m2. Innerhalb dieser Fläche kann der Stall 8mal versetzt werden, bis er wieder an seiner Ausgangsposition steht. Der optimale Rhythmus für diese Wanderschaft liegt in den Sommermonaten bei 8 bis 10 Tagen. Das ist zum einen der Zeitraum, in dem eine Übersäuerung des Bodens vermieden werden kann, zum anderen ist der Bewuchs nach 10 Tagen bis zur Narbe abgegrast. Die Haltung in mobilen Wanderhuhnställen verhindert die Übersäuerung des Bodens, welche bei jeder herkömmlichen Haltung unvermeidbar ist. Die Säure gelangt ins Grundwasser und wirkt sich dauerhaft negativ auf den Wasserkreislauf aus. Nur durch die Möglichkeit regelmäßiger Erholung kann eine solche Umweltbelastung vermieden und ein nahrhafter und gesunder Lebensraum für Hühner, Mensch und Landschaft wieder aufgebaut werden.

Die Ruhephasen für die Wiesen liegen in der Reiseplanung des Wanderhuhnstalls je nach Jahreszeit bei 4 bis 6 Wochen. Innerhalb dieser Zeit kann sich der Boden als Weidefläche vollständig regenerieren. Das Scharren und Picken der Freilandhühner hat für eine gute Belüftung und Nährstoffaufnahme des hinterlassenen Bodens gesorgt. Aus dem Hühnermist als biologischer Dünger konnte die Wiese Kraft schöpfen und frische, vitaminreiche Kräuter hervorbringen.

Die Ausgangsposition des Stalls hat sich bis zur Rückkehr der Hühner prächtig erholt. Mit großer Freude begrüßen die Hühner nun wieder das gesunde und vielfältige Grün. Unsere Eigenmarke trägt den Namen „Wiesen- und Kräuterei“, da die Hennen durch das ständig wachsende Angebot von frischem Grünfutter eine ausgewogene Ernährungsgrundlage haben, die sich auf die Qualität der Eier auswirkt.

Dieser neugeborene Teil der Wiese könnte nun eine hervorragende Basis sein um etwas anzubauen. Bis sich die heutigen Wiesen allerdings bis zum Gleichgewicht von Viehwirtschaft und Ackerbau regenerieren, dauert es Jahre und viele weitere Wanderhuhnzyklen. Für Forschungen im Bereich der Verbesserung der Bodenqualität ist Wanderhuhn in Kontakt mit der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und der Universität für Bodenkultur in Wien. Innerhalb unseres Generationsdenkens ist diese Perspektive eine der Visionen, die in der Zukunft realisiert werden soll.


Winter. Unter natürlichen Bedingungen können die Hühner immer hinaus oder hinein wie sie lustig sind. Bei manchen Ställen gibt es Wintergärten, welche Kälte- und Windschutz bieten. In den kalten Monaten werden die Ställe seltener versetzt, da die Hühner schlichtweg weniger Zeit außerhalb des Stalls verbringen. Der Stall wandert mit dem Wetter mit. In Abhängigkeit von Witterung und Bodenfrost wird der Wanderhuhnstall flexibel verstellt, um Schäden an der Weide bestmöglichst zu vermeiden. In Zeiten, in denen es viel regnet oder schneit, steht der Stall auf einem Platz mit grobem Schotter, damit er nicht im Matsch versinkt und die Hühner nicht mit Matschschuhen in den Stall stampfen.


Innenraum. Der Wanderhuhnstall bietet der ganzen Hühnerschar ein sicheres und warmes Zuhause, in dem sie alles findet, was man zum glücklichen Hühnersein braucht. Schon beim Betreten des geräumigen Stalls werden Bauer oder Bäuerin von ihren Hühnern begrüßt. Je nach Lust und Laune laufen die Tiere auf dem Ausstreu herum oder haben es sich auf den Sitzstangen oder in den Nestern gemütlich gemacht. Besonders gerne halten sie sich auch in den Sandbecken auf, in denen sie baden und ihr Gefieder putzen können. Beinahe über die gesamte Grundfläche des Stalls, also ca. 110m2, erstreckt sich der Scharrbereich der Hühner. Hier, auf Höhe der Öffnungen nach draußen, können sie im 10cm tiefen Einstreu ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Scharren, nachgehen. Über 6 Auslaufklappen können die Hühner herein und hinausgehen wie sie möchten. In Kombination zu diesen großen Öffnungen sorgt ein Ventilator für Frischluftzufuhr, welcher gleichzeitig die Temperatur regelt. Im Stall integriert befinden sich zwei große Tanks mit Frischwasser. Dieses wird zu zahlreichen Nippeltränken geleitet, an denen die Hühner trinken können. Die Wasserspender befinden sich immer in der Nähe der Legenester und der Futterbahnen. Auf den Bahnen wird das Futter durch den Stall transportiert und ist somit immer frei zugänglich für die Tiere. Eine Mistaustragung nach außen erfolgt über Kotbänder, welche sich unterhalb der Sitzstangen für die Hühner befinden. Um eine grundlegende Hygiene zu garantieren, wird der Wanderhuhnstall zusätzlich jede Woche entmistet.

Mehr zur Wohlfühlatmosphäre und den Besonderheiten im Stall sagen euch die Hühner drüben in ihrem eigenen Kapitel.